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DEUTSCHLANDS HANDVERLESENES KULTURMAGAZIN FÜR NIEDERRHEIN-OSTFRIESEN

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MARTINI ON THE ROCKS o NIEDERRHEIN
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Nuntii Martini
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Erschütternd, nicht rührend
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  Wir Katholiken fordern: Rente mit 75 

Jetzt hat jemand ausgesprochen, was allen auf der Zunge lag: "Die Rente mit 70", so verkündete das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW), "wird perspektivisch kommen müssen".

Nur perspektivisch? Völlig daneben und viel zu kurz gesprungen!

Wer soll das bezahlen, wenn die heute Dreißigjährigen nur noch weitere 40 Jahre arbeiten und schon mit 70 beginnen, das Ruhegeld zu verzehren? Das wäre der Untergang der abendländischen Volkswirtschaft.  

Noch schlimmer ist der Unfug, der zur Zeit in Berlin verzapft wird: Die Politiker streiten um die Rente mit 67, wohl wissend, dass unser Sozialsystem zusammenkracht, wenn schon so junge Spunte wie die 67-Jährigen, die ja alle vor lauter Saft und Kraft kaum noch zum Orthopäden kommen, die Rentenkassen plündern.

Nein, wir Katholiken müssen mit gutem Beispiel vorangehen und fordern: Führt das in langer Tradition bewährte System der Emeritierung von Bischöfen und Pfarrern auch in der pluralen Gesellschaft ein! Wenn ein junger Bischof auf die 75 zugeht, schreibt er seinem Chef, dem Papst, einen netten Brief und bietet seinen Ruhestand an. Der Papst guckt dann, ob der Kerl simuliert oder tatsächlich schon klapprig ist, und entscheidet dann ex cathedra. 

Das hat sich über die Jahrhunderte bewährt, und die Kirche ist damit nicht pleite gegangen und sogar frisch und modern geblieben. Viele Jung- Siebziger tun in der Kirche fröhlich Dienst, und selbst mit über 80 kann man Papst bleiben.

"Wir sind Papst" - daran können sich die deutschen Arbeitnehmer ein Beispiel nehmen. Sie sollten anbieten, dass sie mit 75 um ihre Emeritierung als Bergmann, Maurer oder Lehrer bitten. Und erst wenn der Rentenpapst das Anerbieten akzeptiert hat, sollten sie die Kelle oder den Löffel abgeben. 

Mittwoch, 11. August 2010

 

 

 

... oder wie wir
Lateiner sagen:
MARTINUS AUF
DER PALME

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