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DEUTSCHLANDS HANDVERLESENES KULTURMAGAZIN FÜR NIEDERRHEIN-OSTFRIESEN

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Die Funzel-Lüge der frühen Jahre

EnergiesparlampeEine Lichtgestalt erobert Europa - ein gewundenes Gebilde, das wie eine Mini-Neonröhre aussieht, aber merkwürdig geknickt und zuweilen verdreht wie Kabelsalat. 

Energiesparlampe: 
Sparsame Funzel.

Sie geht so sparsam mit der Energie um, dass man kaum sieht, wenn sie zu leuchten beginnt. Und selbst wenn sie am Höhepunkt ihrer Strahlkraft angelangt ist, kommt heiße Sehnsucht nach der guten alten Glühbirne auf. Denn mit der sah man wenigstens was. 

Die neuen Energiesparlampen - sie sind die große Funzel-Lüge der frühen Jahre. Ihre Erfinder müssen endlich ihre Birnen anstrengen, damit Energiesparlampen nicht nur eine ökologische Erleuchtung darstellen, sondern auch erhellen, was sonst im Dunkeln liegt. Ihre gefühlte und zuweilen sogar gesehene Leuchtkraft ist immer noch düster.

GlühbirneIm vorigen Jahr verblich die gute alte 100-Watt-Glühbirne. Nun folgte ihr, in dieser Woche, die 75er-Birne. Die schwächeren Brüder, auch das süße kleine 25er-Birnchen, werden ihr Zug um Zug in den Restmüll-Hades folgen. Damit fällt eine großartige Erfindung des 19. Jahrhunderts der völligen Umnachtung anheim. 

Wir haben keinen Schimmer, warum den altbackenen Glühbirnen zuerst das Licht ausgeknipst worden ist und nicht den Halogenlampen, diesen Saudingern, die brandgefährlich sind und Hitze produzieren wie ein Hochofen. Ein verdunkelter Geist muss sie erfunden haben, und es war bestimmt ein Armleuchter, der die Halogenbirnchen für den Gebrauch im Haushalt zugelassen hat.

Wer mit leuchtenden Augen ein gutes Beispiel geben will, greift ohnehin zu Solarlampen. Nein, er greift nicht. Er griff. Denn inzwischen haben alle Trottel, die ihren 500-Watt-Halogen-Scheinwerfer in der Garagenauffahrt abmontiert und durch eine Solarleuchte ersetzt haben, keine Solarlampen mehr: Entweder wurden die angeblich leuchtenden Steckrübenschweinebacken überfahren, weil das funzelndes Etwas nicht einmal sich selbst anstrahlt, geschweige denn die Umgegend. Oder hoffnungsfrohe Solar-Anhänger haben im fremden Vorgarten billig eingekauft.

Selbst jener Solarscheinwerfer auf Steckpfahl, der mit "erheblich verbesserter Leuchtkraft" jüngst vom "Dänischen Bettenlager" angepriesen wurde, tut nichts weiter als mit fahlem, kaum erkennbaren Licht in Gänsefüßchen vor sich hin zu glimmen. Ein Scherz, wenn man an Marlene Dietrich und ihren Film "Der Blaue Engel" denkt, in dem sie von sich und den Mannsbildern schwärmt: "Männer umschwirr'n mich wie Motten das Licht". Ne, Marlene, meine Motten schwirren ab, denn sie bräuchten eine Navi, um das Solar-Licht zu finden.    

Donnerstag, 2. September 2010 

 

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