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MARTINI
ON THE ROCKS
Erschütternd, nicht rührend |
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Korruption sieht anders aus
Was für ein Pech aber auch! Erst funkte der Störenfried Greenpeace dazwischen, dann regnete es wie aus Kübeln. Statt mit sonnigem Gemüt auf die Wünsche der Stromkonzerne umzuschalten, blieb die Kanzlerin standhaft gegenüber ihren Begleitern, den Chefs der ganz großen Energieproduzenten und -versorger in Deutschland. Angela Merkel verlangte von den Konzernen, dass sie für eine Verlängerung von Atom-Laufzeiten Milliarden in die Staatskasse und obendrein einen "Beitrag für erneuerbarer Energien" zahlen müssen. Ein Knüller für die Medien war das nicht.
Das EWI wird getragen von der Universität zu Köln und einem Förderverein, dem mehr als vierzig Organisationen, Verbände und Unternehmen angehören. Finanziert wird das Institut u.a. durch das Land Nordrhein-Westfalen, die Universität Köln und die Unternehmen EON und RWE. Dass die beiden Energiekonzerne für das EWI löhnen, könnte die Öffentlichkeit seit September 2008 wissen, denn ein entsprechender Rahmenvertrag der Uni und des Fördervereins wurde auf offener Bühne abgeschlossen. Die Förderung durch das Land NRW sowie die Firmen EON und RWE wurde damals durch eine Pressemitteilung bekannt gemacht. Kein Mensch regte sich auf. Vielleicht war die Protestaktion von Greenpeace nicht spektakulär genug. Vielleicht konnte die Merkel-Energiereise nicht ausreichend schön problematisiert werden. Ein hervorgeholter alter Hut dient nun dazu, der Merkel-Geschichte einen etwas strengeren Geruch zu verleihen. Freunde, es tut mir leid. Aber wenn das Bestechung ist, können so ziemlich alle Fördervereine in Deutschland wegen Korruptionsverdacht einpacken. Sie alle kriegen Geld "von außen". Denn das ist ihr Zweck. > Energiewirtschaftsliches Institut Köln Freitag, 27. August 2010 |
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*© MARTIN WILLING |