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NIEDERRHEIN
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Drei Bischöfe werden geweiht Wilfried Theising, Regionalbischof für den Niederrhein NIEDERRHEIN - In einem Pontifikalamt am Sonntag, 29. August 2010, 15 Uhr, im St.-Paulus-Dom zu Münster werden die Domkapitulare Dieter Geerlings (63) und Christoph Hegge (48) sowie der Borkener Kreisdechant Propst Wilfried Theising (47) zu Bischöfen geweiht. Theising ist zum Regionalbischof für den Niederrhein ernannt. Konsekretoren des Pontifalamts sind die Bischöfe Felix Genn, Rheinhard Lettmann und Heinrich Janssen.
„Kevelaer hat mich
angezogen“ Von Delia Evers Die Region Niederrhein bekommt einen Weihbischof, dem Kevelaer bestens vertraut ist. Wilfried Theising kennt den Gnadenort von Kindesbeinen an. Theising, dem Weggefährten starke pastorale und spirituelle Züge bescheinigen, war „schon immer ein eifriger Wallfahrer“ und unterwegs zu den Orten, an denen der Himmel gläubigen Menschen ein Stückchen offener erscheint. „Kevelaer hat mich angezogen“, sagt Theising, „auch weil die Stadt ein schöner Ort ist, der uns Menschen so lieb und warm empfängt.“ Er gehe gern zur Gottesmutter. „Ich kann meine Dinge mit ihr durchsprechen. Das ist etwas ganz Lebendiges. Und ich bekomme immer eine Antwort. Ich bin verblüfft darüber, was sich durch Maria klärt. Und Trost brauche ich auch.“ Wilfried Theising spricht seine gute Zeit in Borken als Propst und Kreisdechant an, die vielen Aufgaben und Verbindungen, die gewachsen sind und die er nun „mit einer gewissen Konsequenz“ hinter sich lassen wird. „Zugleich ist es schön, etwas ganz Neues anzufangen.“ Er möchte unbefangen auf die Menschen zugehen. „Ich suche nicht ihre Unterschiede.“ Und lächelnd bekennt er: „Ich kann mit jedem gut.“ Bei allem Respekt vor der Bedeutung von Verwaltung und Organisation habe er sich immer viel Zeit für die Gemeindeseelsorge genommen. Diese Zeit fand er, „weil ich die Bereitschaft hatte, Dinge auf andere zu übertragen.“ So erfreute er als Kaplan, später als Pfarrer, Pfarrdechant, Kreisdechant und Propst zwei Jahrzehnte lang Menschen mit Hausbesuchen, begleitete Trauernde, „die ganze Bandbreite der Pastoral“, und liebend gern die Firmvorbereitungen. „Ich begegne gern jungen Menschen.“ Ab August steht er ihnen von einer etwas anderen Warte aus zur Seite. „Es ist etwas sehr Schönes, das Sakrament der Firmung zu spenden.“ An seine eigene Firmung erinnert er sich lebhaft. Er kann keinen Punkt ausmachen, an dem sein Wunsch, Priester zu werden, eingesetzt hat. Doch weiß er sicher, dass seine Firmung und die Vorbereitung ihn bestärkt haben. „Ich war begeistert.“ Da hatte der Nährboden, sein bäuerliches Zuhause in Wettringen mit einer schlichten und klaren Religiosität, längst gewirkt. „Ich kann mich vom ersten Denken an nicht an einen einzigen Tag erinnern, an dem es für mich Gott oder die Kirche nicht gegeben hat.“ Seinen Vater Gustav, 86, schildert er als „humorvoll, lebensfroh, stark, gesund und unendlich ausdauernd“, seine Mutter Anni, 77, ebenfalls als heiter, in der guten Sorge für die Familie mit Wilfried und seinen Geschwistern Franz-Josef, Mechthild, Reinhild und Susanne aber zugleich ernster. Kein Zweifel: Wilfried Theising hatte ein stärkendes Zuhause. Dem Abitur (1982 in Rheine), dem Theologiestudium (Münster und Wien) folgte an einem Tag, der in die Geschichte einging, die Priesterweihe. Am 14. Mai 1989 wurde Helmut Kohl Bundeskanzler; und Wilfried Theising lag hingestreckt vor dem Altar des Doms, ein Erlebnis, das ihn tief berührte. Edle Tropfen zum Ersten Am Sonntag vor Bekanntgabe der drei Bischofsernennungen saß Propst Wilfried Theising in Borken - wie in jedem Jahr am Dreifaltigkeitssonntag - mit den sieben anderen Pröpsten des Bistums in gemütlicher Runde zusammen, sie beteten und plauderten, und Theising kredenzte edle Tropfen aus dem Propsteikeller - ohne auch nur ein Wort über seine Ernennung am Montag sagen zu dürfen. So verabredeten die Pröpste - sieben von ihnen „arglos“ -, sich 2011 in Xanten zu treffen, zufällig der Sitz des angehenden Bischofs. Edle Tropfen zum
Zweiten Von Delia Evers Als wir Stimmen zur Bischofsernennung von Wilfried Theising einholen, pflaumt der Xantener Propst Alfred Manthey, er bedinge sich aus, dass Noch-Propst Wilfried Theising aus seinem propsteilich Borkener Tröpfchenkeller ein paar gute Flaschen nach Xanten verlagere. Wir fragen Theising nach seiner Bereitschaft. Manthey kann dem Theising‘schen Umzug einigermaßen beruhigt entgegensehen. Theising kommt mit eigenen Remigius-Tropfen. Der Haken an der Sache: Ab dem 29. August ist Theising nicht mehr Propst. Jetzt müssen die restlichen Sieben sich einfallen lassen, wie sie ihn am Dreifaltigkeitssonntag 2011 samt Tropfen in ihre Runde locken. Achim Klaschka, Pfarrer in Moers St. Josef und Dechant im Dekanat Moers, weist darauf hin, dass die Region Niederrhein unterschiedlich gefärbt ist, eher ländlich im Kreisdekanat Kleve und eher industriell im Kreisdekanat Wesel. „Die Menschen bei uns sind anders geprägt. Wir haben mit mehr Kirchenferne zu tun und erleben Abbruch besonders bei Jüngeren. Hier braucht unsere Kirche missionarische Impulse. Wir müssen auf die Menschen zugehen.“ Auf den Neuen freut sich Hermann Hengstermann, Vorstand im Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V.. „Wir bekommen einen Weihbischof mit breiter pastoraler Erfahrung in der Gemeindearbeit, der viel Wert auf die persönliche Begegnung mit Menschen legt.“ Das verbinde ihn mit der Caritasarbeit als gelebtes Glaubenszeugnis, immer nahe bei den Menschen zu sein, die den Halt der Kirche suchten. Hengstermann wünscht sich „einen lebendigen Austausch über die Sorgen und Nöte der Menschen“. Dr. Stefan Zekorn, Wallfahrtsleiter und Pfarrer an St. Marien Kevelaer, nennt Wilfried Theising „eine Persönlichkeit von großer geistlicher Tiefe, menschlicher Zugewandtheit und klarer Entscheidungsfreudigkeit.“ Als langjähriger Pfarrer habe Theising große pastorale Erfahrung und kenne die Chancen und Schwierigkeiten der kirchlichen Situation aus eigenem Erleben. „Dem Wallfahrtsort Kevelaer ist er seit langem verbunden und oft mehrmals im Jahr zum Gnadenbild der ‚Trösterin der Betrübten‘ gepilgert.“ Kreisdechant Propst Theodor Michelbrink sagte in Kleve: „Ich freue mich, dass Wilfried Theising an den Niederrhein kommt. Er ist ein erfahrener Mann, der in mehreren Pfarreien gearbeitet hat.“ Zudem freue er sich für Weihbischof Heinrich Janssen, der nun kürzer treten könne. Und Weihbischof Heinrich Janssen? Er ist selbst voller Freude und scherzt, künftig werde es seine Aufgabe sein, „mit wenig Arbeit lange auszukommen“. Und diese Aufgabe will er beruhigt tun, denn auch er, der Montag, 31. Mai, 12 Uhr, zeitgleich mit Namens-Bekanntgabe der künftigen Weihbischöfe seine Emeritierung erhielt, sagt über seinen Nachfolger: „Wir bekommen einen ganz erfahrenen Seelsorger.“ Wilfried Theising bringe nach seiner Zeit als Propst und Kreisdechant die Begabung und die Qualitäten mit, um die Region gut zu leiten. Seine Aufgabe sei es vor allem, bei den Menschen zu sein. Auch Janssen weist auf die Anforderungen in den unterschiedlich geprägten Landstrichen hin. „Samstags eine Firmung in Walsum und sonntags eine in Twisteden - das sind zwei verschiedene Welten.“ Heinrich Janssen hat den Spagat gemeistert, und er lässt keinen Zweifel daran, dass Wilfried Theising ebenfalls alle Anlagen hat, große Schritte zu gehen. > Drei Bischofsweihen in Münster (kirchensite) Mittwoch, 25. August 2010 |
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*© MARTIN WILLING |