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DEUTSCHLANDS HANDVERLESENES KULTURMAGAZIN FÜR NIEDERRHEIN-OSTFRIESEN

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Erschütternd, nicht rührend
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Keine Chance für gewöhnliche Gläubige,
der Bischofsweihe beiwohnen zu können

Sämtliche Sitzplätze im Dom zu Münster reserviert

MÜNSTER - Alle Sitzplätze im St.-Paulus-Dom zu Münster sind längst belegt. Wer nicht mindestens eine Stunde vor Beginn der Bischofsweihe am Sonntag, 29. August, im Gotteshaus steht, kriegt auch keinen Stehplatz mehr. Normal-Gläubige, die nicht zu den rechtzeitig Eingeweihten mit Chance auf einen der reservierten Plätze zählen, dürfen in Nachbarkirchen das Geschehen auf Leinwänden verfolgen. Oder zu Hause bleiben. Ein Fest der Kirche für alle Gläubigen sieht anders aus.

Bei der Weihe eines Diözesanbischofs kann nicht auf andere Orte als die jeweilige Domkirche ausgewichen werden, denn zentrales Ereignis einer solchen Bischofsweihe ist auch die "Inthronisation", die Inbesitznahme des bischöflichen Stuhls, und der steht, klaro, im Dom.

Bei der Weihe zu Weihbischöfen sieht das anders aus. Sie könnte durchaus woanders stattfinden, dort wo die zu erwartende große Festgemeinde auch Platz findet und am Gottesdienst teilnehmen kann.

Dom zu Münster: Warum wird nicht auf dem riesigen Vorplatz gefeiert, so dass alle Gläubigen teilnehmen können?

Als Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst, gebürtig aus Kevelaer-Twisteden, zum Diözesanbischof in Limburg geweiht wurde, war die Lage ähnlich dramatisch: Im Limburger Dom war nicht einmal ein Stehplatz zu bekommen - er war schlicht und ergreifend dicht gemacht. Die zahlreichen Journalisten, die über das Ereignis zu berichten hatten, bekamen vom Geschehen nichts mit und mussten sich die Live-Bilder auf einer Leinwand im Pressezentrum anschauen. Das hätte man zu Hause am Fernsehschirm bequemer und besser haben können.

Als Delia Evers und ich das Pressezentrum in der Nachbarschaft des Limburger Doms verließen, um die Kommunion nicht virtuell, sondern leibhaftig zu empfangen, standen wir vor einem verrammelten Gotteshaus. Wir wurden nicht hereingelassen, und heraus kam auch kein Kommunionhelfer. Auf die Idee, dass ein Pressemensch ein Bedürfnis nach echter Teilnahme am Gottesdienst haben könnte, war das bischöfliche Organisationsbüro nicht gekommen.

Wir haben August, das Wetter ist herrlich. Warum wird in Münster die Tripple-Bischofsweihe nicht - wie in Kevelaer bei Großereignissen vor der Basilika - auf dem riesigen Dom-Vorplatz gefeiert? 

Kirche, die für Normal-Gläubige dicht gemacht wird, feiert nur sich selbst.     

> Bericht zur Bischofsweihe

Mittwoch, 25. August 2010

 

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