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Heiligsprechung von Mutter Teresa
lässt auf sich warten
Nach
ihrer Seligsprechung im Oktober 2003 durch Papst Johannes Paul II. war zu
ihrem zehnten Todestag (2007) die Heiligsprechung von Mutter Teresa
erwartet worden - vergeblich. Auch zum bevor stehenden 100. Geburtstag -
am 26. August 2010 - gibt es dazu bisher keine Neuigkeiten aus Rom. Der
laufende Prozess ist nicht abgeschlossen; es heißt, das geforderte
Heilungswunder fehle noch.
Mutter
Teresa 1987 in Kevelaer.
Mutter Teresas Anwesenheit am 19.
September 1987 im niederrheinischen Marienwallfahrtsort Kevelaer ist
unvergessen. Sie war im Jahr des Kevelaer-Besuchs des Papstes aus Anlass
der Mariologischen und Marianischen Weltkongresse an den Niederrhein
gereist.
Das Leben der Agnes Bojaxhiu,
genannt Mutter Teresa:
1910 Agnes
Bojaxhiu wird im damals türkischen Skopje - heute Hauptstadt von
Mazedonien - als Tochter einer Frau italienischer Herkunft und eines
wohlhabenden albanischen Bauunternehmers geboren ((26.8.1910). Am 27.
August wird sie getauft. Ihre Eltern erziehen sie im katholischen Glauben.
Agnes, von ihren Eltern "Gonxha" ("Knospe") genannt,
äußert schon als Mädchen den Wunsch, Missionarin zu werden.
1928 Mit 17 Jahren verläßt Agnes ihr
Elternhaus und landet im Dezember in Kalkutta. Sie will im Gebirgsort
Darjeeling ein Noviziat bei den irischen Loreto-Schwestern beginnen.
1931 Agnes legt das Gelübde als
Loreto-Schwester ab und nimmt den Namen der französischen Heiligen Thérèse
von Liseux an. Als Schwester Teresa wird sie in die Loreto-Schule in
Kalkutta geschickt. Hier werden in einer von Armut und Elend
abgeschotteten "Oase" die Kinder der indischen Elite erzogen.
Teresa arbeitet hier einige Jahre als Lehrerin für Geographie, Geschichte
und Religion und leitet später die Missionsschule. In der klimatisierten
Enklave drängt sich ihr immer stärker das Gefühl auf, sie "verrate
Gott". Die armen Menschen, denen sie hat helfen wollen, leben nicht
hier, sondern draußen in den Slums.
1946 Schwester Teresa reist im Zug
nach Darjeeling, wo sie einige Exerzitientage verleben will. Während der
Fahrt vernimmt sie "Gottes Ruf": Sie empfindet es als ihre
Mission, den "Ärmsten der Armen beizustehen" zu müssen, und
bittet um die Erlaubnis, aus ihrem Orden austreten zu dürfen.
1948 Aus der Schwester wird
"Mutter Teresa": Sie legt zum erstenmal das Kleid der Armen in
Bengalen, den weißen Sari mit den drei blauen Borten, an, das heute als
Ordenskleid der "Missionarinnen der Nächstenliebe" in aller
Welt bekannt ist.
1949 Im Oktober gründet Mutter Teresa
ihren Orden der "Missionarinnen der Nächstenliebe".
1951 Die neue Kongregation wird durch
den Papst anerkannt.
1952 Mutter Teresa erhält die
Erlaubnis der Stadtverwaltung von Kalkutta, Kranke und Sterbende von den
Straßen zu holen und im ehemaligen Pilgerschlafsaal des Kali-Tempels
unterzubringen. Teresa und ihre Schwestern sammeln ausgesetzte Babys,
Halbverhunderte und Sterbenskranke in den Straßen auf. Mutter Teresa wird
"Engel der Sterbenden" genannt.
1963 Im Geist der Ordensgründerin
Teresa wird nun auch ein Männer-Orden gestiftet.
1979 Mutter Teresa wird der
Friedensnobelpreis verliehen. In Oslo schlägt sie das Festessen zu ihren
Ehren aus, lässt sich den Gegenwert auszahlen und finanziert damit ein
Weihnachtsfest für 2000 Schützlinge in Indien.
1987
Mutter Teresa besucht am Samstag, 19. September, anläßlich
der Mariologischen und marianischen Weltkongresse den Wallfahrtsort
Kevelaer.
Mutter
Teresa vor dem Gnadenbild der Trösterin der Betrübten in Kevelaer.
1989 Der
herzkranken Ordensgründerin wird ein Herzschrittmacher eingepflanzt.
1990 Im November wird an der Südseite
der Basilika in Kevelaer ein doppeltüriges Bronzeportal eingebaut, das
der Düsseldorfer Bildhauer Bert Gerresheim geschaffen hat. Es erinnert an
den Besuch von Mutter Teresa.
1996 Mutter Teresa wird am 1. Oktober
durch Bill Clinton zur Ehrenbürgerin der USA ernannt. Diese Auszeichnung
wurde bisher erst viermal verliehen. - Die 86-Jährige wird in der
Birla-Klinik in Kalkutta zum dritten Mal am Herzen operiert.
1997 Als Nachfolgerin von Mutter
Teresa wird die Nonne Nirmala (63) in Kalkutta zur neuen Leiterin gewählt.
Die indische Schwester ist vom Hinduismus zum Katholizismus konvertiert
und leitet bereits seit 1979 den kontemplativen Zweig des Ordens der
Missionarinnen der Nächstenliebe.
1997 Mutter Teresa wird im Juni mit
der höchsten Auszeichnung des US-Kongresses ausgezeichnet. Sie erhält
die Medaille in Gold für ihren Einsatz für die Armen.
1997 Am Freitag, 5. September, stirbt
Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren in Kalkutta an ihrem Herzleiden. - In
einer Erklärung von Papst Johannes Paul II. heißt es, Mutter Teresa sei
ein leuchtendes Beispiel dafür gewesen, wie die Liebe Gottes in Nächstenliebe
verwandelt werden könne. - Indien ehrt die Verstorbene mit einem
Staatsbegräbnis. Für den 12. September, dem Tag der Beerdigung, wird
Staatstrauer ausgerufen. Indiens Staatspräsident Narayanan über Mutter
Teresa: "Jemand wie sie wandelt nur selten auf dieser Erde." -
Kardinal Joseph Ratzinger erklärt in Rom, Mutter Teresa werde nach seiner
Einschätzung schneller als üblich heiliggesprochen. - Für die
Ordensfrau wird der Kellergebäude der Schwesterngemeinschaft zu einer
Kapelle umgebaut. Hier sollen die Überreste von Mutter Teresa,
abgeschirmt von der Öffentlichkeit, ruhen.
2003 Mutter Teresa wird
seliggesprochen.
Donnerstag,
5. August 2010
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