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DEUTSCHLANDS HANDVERLESENES KULTURMAGAZIN FÜR NIEDERRHEIN-OSTFRIESEN

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MARTINI ON THE ROCKS o NIEDERRHEIN
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Nuntii Martini
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Erschütternd, nicht rührend
Nuntii Martini
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Zweiter Krankenkassenbeitrag

Es ist wie bei den Wohnungskosten: Der Mieter zahlt quasi eine zweite Miete obendrauf, und zwar für die Energie- und Nebenkosten. Dieses Prinzip soll nun auch das kranke Gesundheitswesen heilen.

Zusätzlich zu den regulären Krankenkassenbeiträgen und Sonderabgaben muss der Kassenpatient bisher eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal aus seiner Tasche zahlen. Demnächst soll, so schlägt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vor, pro Arztbesuch eine Gebühr von fünf Euro fällig sein. Die Begründung: Die bisherige Praxisgebühr habe nicht dazu geführt, dass die Deutschen weniger zum Arzt gehen (Schnitt: 18 Mal im Jahr).

In Deutschland sind die Gesundheitskosten von Staats wegen gedeckelt. Vielen Kassenärzten ist das System ein Dorn im Auge, weil sie - zumindest in Notfällen - auch dann Kassenpatienten behandeln müssen, wenn das Budget ausgeschöpft ist und die erbrachte Leistung im laufenden Quartal nicht oder unzureichend vergütet wird.

Das ist die Kehrseite des Monopols, das die Ärzte besitzen: Der Sicherstellungsauftrag durch den Staat garantiert ihnen Konkurrenzschutz. Dafür müssen sie sich dem vom Staat geregelten Gesundheitswesen fügen und Maßnahmen hinnehmen, die dem Schutz der Bürger dienen und die ärztliche Versorgung bezahlbar halten. Ein Wettbewerb mit anderen, konkurrierenden Systemen findet nicht statt.

Das Klagen der Kassenärzte ist Jammern auf sehr hohem Niveau: Wenn auch die ärztliche Zulassung heute nicht mehr eine Lizenz zum Gelddrucken ist, so verdienen die Kassenärzte immer noch vorzüglich. Das ist bei ihren Angestellten anders: Sprechstundenhilfen sind, was ihre Gehälter angeht, so arm dran wie Verkäuferinnen.

Die Praxisgebühr trägt dazu übrigens nicht zum Verdienst der Ärzte bei: Was in der Arztpraxis an Gebühren bar einkassiert wird, zieht die Krankenkasse später bei der Quartalsabrechnung 1:1 wieder ab. Die Gebühr dient einzig und allein dem Zweck, auf dem Weg zum Arzt eine Besuchsbremse einzubauen.   

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.. oder wie wir
Lateiner sagen:
MARTINUS AUF
DER PALME

 

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