Nuntii Martini - Werkstatt der Publizisten Delia Evers und Martin Willing mit Maler-Atelier

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Erinnerungen der Journalisten Delia Evers und Martin Willing
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TEIL 1

AUTOBIOGRAFIE ZWEI LEBEN

TEIL 2

Jugend und Anfänge
Mamis Krasselstrippe
Der Nothelfer
Mein Vater
Alte Schreibmaschine
Kunst der Harmonie
Traum von der Wiese
Der Goggo Sport...
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WAZ und RP
WAZ
RP Emmerich
RP Geldern
Der Streik (1) (2) (3) (4) (5) (6)
Intermezzo
*+
M A R T I N   W I L L I N G
Mein Goggo Sport brauchte Sprit
Wie ich zur schreibenden Zunft kam 

Meine ersten Sporen verdiente ich wie ein schlechtes Mädchen: Ich tat's einfach ohne jede Hemmung, denn mein silberfarbener Goggo mit der aufregenden Zusatzbezeichnung "Sport" musste betankt und laufend repariert werden und mein Einkommen als Schüler bestand nur aus dem Taschengeld, das mir meine Eltern zukommen ließen. Das war eigentlich nicht zu wenig, aber die Kosten meiner Fahrzeuge im zarten Führerscheinalter - Motorräder BMW R 50 und 60, Isetta, Lloyd Alexander und nun Goggo Sport - sprengten stets mein Budget, das ich mit dem Lohn für Gelegenheitsjobs auffüllen musste.   

Jochen Heger, einer meiner Freunde aus der Moerser Schulzeit, hatte sich bei der "Rheinischen Post" als freier Mitarbeiter verdingt. Von ihm stammte der Tipp, dass die Lokalredaktion schier unerschöpflichen Hunger nach Zeilen habe, die köstlich honoriert würden. Mein Goggo, der Silberpfeil, brauste in Richtung RP.

Im Schreiben war ich zwar geübt, und schnell war ich auch. Aber von der journalistischen Arbeit hatte ich keine Ahnung, als ich zu den Jugendwinterspielen des Adolfinums, des Gymnasiums in Moers, geschickt wurde. Der kleine Zweispalter, der erste Zeitungsartikel in meinem Leben, erschien am 20. März 1964 im Lokalteil der Moerser RP. Er war an Dürftigkeit nur schwer zu überbieten und bestand zur Hälfte aus der Aufzählung, wer wieviele Punkte geschafft hatte. 

Ich wechselte bald zur Moerser Lokalredaktion der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", die mich erfreulich oft durch den Kreis jagte: Neue Orgel in Orsoy, Konzert eines Männergesangvereins in Alpen, Marionettentheater in Rheinberg, Wiener Sängerknaben in Homberg und Shakespeare-Abend in Moers waren die Themen, die ich im Oktober 1964 für die WAZ aufbereitete. Dann verging kaum eine Woche, in der ich nicht einen oder zwei Artikel im Blatt hatte. Selbst anspruchsvolle Aufträge, zum Beispiel einen Diskussionsabend über die Todesstrafe im November 1964, vertraute Lokalchef Schorsch Häckel dem Schüler an. Unter Häckel, dem Zigarrenraucher mit der tiefrollenden Stimme, wuchs ich, ohne es schon zu ahnen, mit hohem Tempo in den Journalistenberuf hinein. 

Einmal ging ich fremd. NRZ-Kulturberichterstatter Dr. Rendenbach, im Hauptberuf Lehrer am Adolfinum, das ich noch besuchte, bat mich, für ihn ein Jazzkonzert mit Claude Luter in Homberg zu besuchen. Meine Konzertbesprechung ("Lauter Beifall nach der Pause") erschien am 10. November 1964 unter dem Pseudonym "zy" in der "Neuen Ruhr Zeitung". 

Zeitungsausschnitt WAZ Moers
Diese Glosse in der WAZ Moers vom 21. November 1964 war der Anfang einer Serie: Ich schrieb nun regelmäßig Lokalspitzen für die Rubrik "... und außerdem" und führte mein erstes Autorenkürzel "-mang-" ein.

Mein letzter Artikel als Schüler des Adolfinum erschien am 30. März 1965 in der Moerser WAZ. Es war eine Glosse mit der ergreifenden Frage, ob Kurfürst Friedrich Wilhelm ein "Großer" war oder nur ein gemeiner Kurfürst. Danach ging ich in die Abiturprüfung, fiel durch und marschierte durch zur WAZ-Redaktion in Dinslaken, wo ich am 1. April 1965 mein Volontariat begann, für das ich noch als Schüler einen Ausbildungsvertrag mit dem Essener Zeitungshaus unterschrieben hatte. 

Fortsetzung
WAZ
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Kävels Bläche
KB von 1981 - 1985 (1) (2) (3) (4)
Motorradfahrer- Wallfahrt (1) (2) (3)
Willing, Evers & Partner
Papst und Mutter Teresa (1) (2)
Amtsblatt und die Folgen (1) (2)
Kevelaer und NS-Zeit
Traum Kurzentrum (1) (2) (3) (4) (5) (6)
SPREEaufwärts (1) (2) (3) (4)
In der Politik
Brandstifter
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Maria Kevelaer 2000 (1) (2) (3)

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